18. Januar 2021

Innovative Konzepte für klimafreundliche und ressourcenschonende Immobilien

Im Gespräch mit Dr.-Ing. Rainer Fauth, Projektleiter Nachhaltigkeit bei der CG Plan GmbH

Der globale Klimawandel gehört zweifellos zu den größten und elementarsten Herausforderungen unserer Zeit. Wenn die Erwärmung der Welt auf weniger als 2 °C begrenzt werden soll, wie es 2015 auf der Weltklimakonferenz in Paris beschlossen wurde, ist es nötig, die globalen Netto-Treibhausgasemissionen bis in die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts auf null zu reduzieren. Dies ist ein bedeutender Auftrag nicht nur an die internationale Staatengemeinschaft, sondern auch an die globale Wirtschaft. Jede Branche ist verpflichtet, ihren Anteil zu leisten – nicht zuletzt die Immobilienbranche. Denn Gebäude produzieren nachweislich rund 40 % der CO₂-Emissionen weltweit. Zugleich aber gehen die meisten Maßnahmen, die dem entgegenwirken sollen, derzeit noch kaum über Fassadendämmung hinaus.

Unser Experte in Sachen Green Technology: Dr.-Ing. Rainer Fauth, Projektleitung Nachhaltigkeit bei der CG Plan

Die CG Elementum denkt dagegen weiter und setzt konsequent auf Green Technology, um CO₂-neutrale, ressourcenschonende Immobilien zu verwirklichen. „Um ökologische Nachhaltigkeit in neuer Qualität zu ermöglichen, haben wir diesen elementaren Aspekt von Beginn an in der Planung verankert. Unser Ansatz: innovative Recyclingmaterialien und die Vermeidung von Treibhausgasen mittels Nutzung lokaler Umweltwärme“, erklärt Dr.-Ing. Rainer Fauth, Projektleiter für Nachhaltigkeit bei der CG Plan, Tochtergesellschaft der CG Elementum.

Aus Alt mach Neu – wir nehmen Kreislaufwirtschaft ernst!

„Ein wesentlicher Baustein dieses Nachhaltigkeitskonzepts ist die Prüfung aller unserer Baumaterialien nach ökologischen Aspekten, etwa bezüglich ihrer CO₂-Bilanz. Am ressourcenfreundlichsten sind tatsächlich Baustoffe, die bereits ganz oder teilweise aus recyceltem Material bestehen“, weiß Dr. Fauth. Schon heute ist es möglich, Fertigbauteile komplett aus Recyclingbeton zu produzieren, also mit einem Material aus aufbereitetem Bauschutt. Ganz im Sinne des Urban-Mining-Gedankens werden dadurch Naturstein- und Flusskiesvorkommen geschont.

Die Wand- und Bodenbeläge von Kerazzo werden aus bis zu 78 % Recyclingmaterialien geformt
Die Wand- und Bodenbeläge von Kerazzo werden aus bis zu 78 % Recyclingmaterialien geformt

Doch nicht nur Beton soll bei der CG Elementum wiederverwertet werden. Bei sichtbaren Oberflächen wie Wand- und Bodenbelägen kommt Kerazzo zum Einsatz: Nach dem Prinzip des bereits aus antiken Gebäuden bekannten Terrazzo werden hierbei in einem neuartigen Verfahren bis zu 78 % Recyclingmaterialien wie Altglas, Marmor, Granit und Quarzit zu optisch ansprechenden und fugenlos verlegbaren Platten geformt. Im Gegensatz zur Keramikfliese ist damit nahezu jedes Design herstellbar, zudem wiegen die 6,6 Millimeter starken Platten gerade mal halb so viel. Sie sind leichter zu transportieren und zu verlegen, pflegeleicht und antibakteriell. TREND Kerazzo Deutschland, die für die CG Elementum auch den Vertrieb der Platten übernimmt, hat für diese Innovation bereits die Zertifizierung GREENGUARD Children & School erhalten, die Zertifizierung mit dem Umweltzeichen Blauer Engel ist eingeleitet.

Erde, Wasser, Licht – regenerative Energielösungen für jedes Projekt

Im Bereich der ressourcenschonenden und CO₂-sparenden Energieversorgung gilt es, ganzheitlich zu denken. „Nicht jede Technologie ist bei jedem Bauvorhaben gleichermaßen umsetzbar. Dennoch gibt es passende Lösungen für jedes Projekt, ob Geo- und Solarthermie, thermische Gewässernutzung, Windkraft oder Photovoltaik. Photovoltaik bietet sich vor allem dort an, wo großformatige Dachflächen zur Verfügung stehen, wie etwa bei unserem Großprojekt Plagwitzer Höfe“, so Dr. Fauth. Bestehend aus 5.684 einzelnen Modulen mit einer Gesamtfläche von 9.600 m2 und einer Nennleistung von 1,6 Megawatt Peak, ist diese Anlage die größte in Leipzig. Die dadurch eingesparte CO₂-Menge beträgt rund 750 Tonnen pro Jahr, was ungefähr dem CO₂-Jahresausstoß von 250 Diesel-Pkw entspricht.

Die Größte in Leipzig: die Photovoltaikanlage der Plagwitzer Höfe mit 5.684 Modulen auf 9.600 m2 Dachfläche
Die Größte in Leipzig: die Photovoltaikanlage der Plagwitzer Höfe mit 5.684 Modulen auf 9.600 m2 Dachfläche

In anderen Projekten hingegen ist es sinnvoll, stärker auf Geothermie, thermische Fließgewässernutzung oder Windkraft zu setzen, wie Dr. Fauth erläutert: „Grundsätzlich geht es uns darum, bei jedem Projekt zu prüfen, welche Formen der Umweltwärme vor Ort verfügbar sind. Wo wir Grundwasser und Erdwärme nutzen können, bietet sich Geothermie an. Bei angrenzenden Fließgewässern kann es hingegen sinnvoll sein, auf die thermische Energie des Flusswassers zu setzen.“

Zero Emission District – das OTTO-Quartier

Um das Ziel einer Zero-Emission-Projektentwicklung zu erreichen, wird es zumeist nötig sein, verschiedene innovative Technologien intelligent zu kombinieren und sämtliche vorhandenen Ressourcen nutzbar zu machen. Ein erstes Leuchtturmprojekt für diesen ganzheitlichen Ansatz ist das OTTO-Quartier in Wendlingen. Mittels zentraler Energie-, Wasser- und Mobilitätsinfrastruktur ist das Quartier auf einem guten Weg, zum ersten Zero Emission District in Deutschland zu werden.

Neben Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Quartiers wird hier unter anderem geprüft, ob die thermische Energie des angrenzenden Neckars mit einem modifizierten Einleitbauwerk nutzbar gemacht werden kann. Wärmetauscher sollen zudem Energie aus dem Abwasser des Quartiers gewinnen. Auch die Möglichkeit einer Kombination mit geothermischen Wärmepumpen wird noch eruiert, um mit einem hohen regenerativen Anteil das Ziel einer Null-Emissionsbilanz zu erreichen. „Beim OTTO-Quartier sind wir bereits relativ weit fortgeschritten. Aber umfassende Energiekonzepte dieser Art werden bei allen neuen Projekten Standard sein“, betont Dr. Fauth. „Wir denken langfristig und beziehen sowohl Klima- und Ressourcenschutz als auch Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus der Immobilien in unsere Planungen ein.“

Pressekontakt
Martina Serwene
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